Löschzug Nord trainiert Rettung aus Tiefen

12. April 2019
Übung

Im Rahmen der Standortausbildung des Löschzugs Nord wurde am vergangenen Montag das Retten aus Tiefen geübt. Unter der Übungsleitung von Stv. Gruppenführer Bernd Nachbaur und Gruppenführer Dominik Iffland haben sich die Einsatzkräfte mit einer nicht alltäglichen Einsatzlage befasst.

Zu Beginn der Übung wurden die Möglichkeiten vorab theoretisch besprochen, um die Mannschaft dahingehend zu sensibilisieren, eigene Erfahrungen und Ideen einzubringen, aber auch von ungeeigneten Maßnahmen abzusehen und Grenzen zu wahren.

So wurden zunächst die Abgrenzung der einfachen Rettung aus Tiefen, die Situations- und Gefahrenanalyse sowie die Einsatzmöglichkeiten diverser Ausrüstungsgegenstände, wie etwa 4-teilige Steckleiter, Multifunktionsleiter, Standrohr, Lüfter, Lichtmast, Atemschutzgerät und Fluchthaube bei derartigen technischen Hilfeleistungseinsätzen besprochen.

Mit der Übungsalarmierung für die Fahrzeuge des Löschzugs Nord galt es dann, das theoretische Wissen anzuwenden und in die Tat umzusetzen.

Die Meldung lautete: „Hund in Güllegrube gestürzt, auf Gase ist zu achten“. Beim Rettungs-versuch durch den Hundebesitzer ist dieser selbst in die Güllegrube gestürzt, so war nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte eine Personen- und eine Tierrettung aus der Tiefe einzuleiten.

Mit dem Ergebnis waren sowohl Übungsleiter als auch Zugführer des Löschzugs Nord mehr als zufrieden. Das Zusammenspiel zwischen den Führungskräften und das Einbringen von Impulsen aus der Mannschaft funktionierte tadellos.

So sind im Laufe der Übung Ideen entstanden, welche im Vorfeld noch nicht besprochen waren. Beispielsweise wurde die Multifunktionsleiter als Bockleiter eingesetzt und mit Standrohr als Umlenkrolle versehen. Hier haben die Kameraden die Leiter standsicher fixiert. Bei der Belüftung der Güllegrube mittels Lüfter, kamen zur zielgerichteten Lenkung des Luftstroms zwei Schalungsplatten zum Einsatz, welche bis dahin zur Abdeckung der Grube in Verwendung waren.

Wieder einmal mehr ist deutlich geworden, dass auch vor Ort verfügbare Gegenstände und Materialien durchaus zielführend in den Einsatz eingebunden werden können. So hat es damals ebenfalls der Hundebesitzer getan, als er am 10. Januar 2019 tatsächlich die Feuerwehr rufen musste, da sein Hund in der Tat in die Güllegrube gestürzt war. Nach dem er den Notruf um ca. 19:45 Uhr abgesetzt hatte und zur Güllegrube zurücklief, eilte auch schon ein benachbarter Feuerwehrmann zur Hilfe. Gemeinsam gelang es ihnen mit einem Abdecknetz zur Ladungssicherung und zwei Seilen den Hund zügig zu retten. Da der Hund bei Eintreffen der Feuerwehr glücklicherweise bereits gerettet war, musste der alarmierte Löschzug Nord nicht mehr eingreifen.

Quelle: Feuerwehr Lindau, 12.04.2019